Breklehem – Aufarbeitung der NS-Vergangenheit aus Sicht einer Pastorenfamilie

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Unter dem Titel „Breklehem“ wurde im Husum Verlag jüngst ein Roman über die NS-Vergangenheit der Evangelischen Landeskirche veröffentlicht. Geschrieben wurde der autobiografische Roman von Sprachwissenschaftler Uwe Pörksen, dessen Vater Martin Pörksen Dreh- und Angelpunkt der Erzählung ist.

Im Frühjahr 1951 treffen sich die Mitglieder einer Pastorenfamilie aus Breklum ein paar ­Monate lang zum Gespräch. Woche für Woche, Stunde um Stunde redet man im Studierzimmer des Familienoberhauptes miteinander, auf der Suche nach einer Vergangenheit und der erlebten Realität, die ganz im Schatten des Monströsen steht. Was hat der Onkel getan, der Freund, der Bruder, und wie verhält sich die Blutkulisse von Krieg und Tod zur unauffälligen Normalität eines kleinen Dorfes, das von frommen Gebeten, Missionsstunden, aber auch von Festen, Liebe und Heiterkeit geprägt ist? Das Breklumer Studierzimmer wird in diesem raffiniert komponierten Familienroman schließlich zu einem Ort, an dem die fertigen Wahrheiten unscharfe Ränder bekommen und facettenreich schillern, wenn nicht gar zur Lüge werden, glaubt man Schlossel, der Frau des Pastors, die die Echtheit des Erzählten anzweifelt.