Syltfunk – Söl´ring Radio

Zu Speth: Der Ton in Hörnum wird rauer

Während Rolf Speth uns gegenüber derzeit jede Stellungnahme verweigert, wird die Kritik zahlreicher Hörnumer an ihrem Bürgermeister immer lauter. Grund dafür war nicht zuletzt die von Speth initiierte Personaldebatte um Tourismusdirektorin Finja Fröhlich, die auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung am Dienstag, 31. Januar in dem von der Allgemeinen Wählergemeinschaft Hörnum getragenen Beschluss gipfelte, die Betriebsleitung des Tourismus Service Hörnum schnellstmöglich zu kündigen.

„Ich bin geschockt“, kommentierte eine Bürgerin den Beschluss nach der Sitzung, „Finja Fröhlich hat unglaublich viel für die Stimmung im Ort und das Außenbild Hörnums getan, und der Beschluss, sie zu kündigen hat mich entsetzt.“ Dem Nein der CDU-Fraktion zur nichtöffentlichen Beratung war es zu verdanken, dass die vorausgegangene Personaldebatte um Finja Fröhlich von den Bürgern überhaupt mitverfolgt werden konnte. Bis zum Schluss versuchte die vierköpfige Opposition um Ingo Dehn und Inken Kessenich-Neubauer, die Kündigung der Tourismuschefin zu verhindern. „Wir sind fassungslos über den blinden Gehorsam, mit dem die AWGH-Fraktion in der Abstimmung dem Bürgermeister folgt“, so Kessenich-Neubauer, „Die Anschuldigungen gegen Finja Fröhlich wurden vom Bürgermeister lediglich dazu benutzt, seine Fraktion zur Abstimmung in seinem Sinne zu bewegen, Fröhlich selbst hatte gar nicht die Gelegenheit, die Anschuldigungen gegen sich zu widerlegen.“

Der eigentliche Grund für die Kündigung, so vermutete Ingo Dehn in der öffentlichen Debatte, sei die Tatsache, dass durch die Arbeit Finja Fröhlichs mittlerweile Dinge zutage getreten seien, die den Bürgermeister in Bedrängnis bringen könnten. „Alle anderen Gründe sind schlichtweg konstruiert.“ Ein offenes Wort, für das Dehn in der Sitzung Applaus aus Reihen der Bürger erhielt.

Während sich der Bürgermeister auf Rückfrage uns gegenüber dazu nicht mehr äußern wollte, schlug er in der Sendung „Panorama“ im NDR unlängst noch ganz andere Töne an, wollte er das „Lumpenpack“ von der CDU-Fraktion dort doch noch zum Neurologen schicken. Auch zu den Vorwürfen gegen den Bürgermeister selbst, die schon vor über einem Jahr zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft führten, äußerte er sich dort: „Mir wird Veruntreuung und Bestechlichkeit vorgeworfen“, so Speth. Sein Ehrenwort, dass die Vorwürfe nicht stimmten, wolle er dem NDR-Reporter nicht geben, „Aber das muss mir die Staatsanwaltschaft erst mal beweisen.“

Studiogespräch zur Hörnumer Gemeindevertretersitzung:


Inken Kessenich-Neubauer im Interview: