Keine Konsequenzen aus Bahn-Chaos: Dem Landrat reicht’s.

Der nordfriesische Landrat Dieter Harrsen hat endgültig genug: Nachdem defekte Kupplungen vor Monaten zu einem Bahn-Chaos zwischen Niebüll und Westerland führten, hat sich die Situation für die Pendler trotz Betreiberwechsels bis Mitte März nicht normalisiert. „Ich hab mir selbst einmal ein Bild von der Situation an den Bahnhöfen gemacht“, so Harrsen, „Was dort geboten wird, entspricht keinem akzeptablen Standard.“

Der Nahverkehrsverbund Nah.SH fordere seiner Ansicht nach nicht konsequent genug nach einer Verbesserung: „Gegenüber dem Auftragnehmer DB Regio muss mehr Druck aufgebaut werden“, ärgert sich Harrsen, „Bisher ist nicht mal Schadenersatz geltend gemacht worden.“ Aus dieser Nachlässigkeit habe der Landrat nun seine Kosequenzen gezogen und ist aus dem Aufsichtsrat der Nah.SH ausgetreten: „Ich bin in erster Linie Landrat des Kreises Nordfriesland und brauche mehr Beinfreiheit, um die Interessen des Kreises gegenüber Nah.SH deutlicher vertreten zu können.“

Der Schritt, von seiner Position als stellvertretender Aufsichtsratvorsitzender des Verkehrsverbundes zurückzutreten, stärke deutlich seine Position gegenüber der Bahn: „Im Aufsichtsrat habe ich alle Schleswig-Holsteinischen Kreise vertreten“, erklärte Harrsen im Syltfunk-Interview, „Nun kann ich viel deutlicher als Stellvertreter für den Kreis Nordfriesland auftreten.“