Strandsatzung in der Gemeinde Sylt – Verbote ohne Konsequenzen

Mit rund zwei Stunden war der öffentliche Teil der jüngsten Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 16. März wesentlich kürzer als im Monat zuvor. Und das, obwohl vor der eigentlichen Tagesordnung noch die Punkte behandelt werden mussten, die einen Monat zuvor aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr beraten werden konnten. Unter den Punkten, die auf diesen Monat vertagt wurden, war beispielsweise die Bereitstellung von Mitteln für die Brandschutzsanierung des Friesensaals, die nach erfolgter Zustimmung durch den Gemeinderat nun endlich beginnen kann.

Dass die März-Sitzung der Gemeindevertretung relativ schnell voranschritt, mag daran gelegen haben, dass die Themen des Tages zuvor bereits in den Ausschüssen ausgiebig diskutiert wurden, obgleich dies den Diskussionsbedarf der Gemeindevertreter nicht unbedingt reduzierte, wie beispielsweise die Beratung über die weitere Vorgehensweise im Hinblick auf Arbeitsgruppen in der Gemeinde Sylt zeigte. Über diese wurde erst zwei Tage zuvor auf der Hauptausschuss-Sitzung ausgiebig gesprochen, nachzulesen und zu -hören unter www.syltfunk.de. Viele der dort geäußerten Argumente für und gegen die Arbeitsgruppen wurden in der Gemeindevertretung noch einmal wiederholt.

Auch über die Satzung zur Einschränkung des Gemeingebrauchs am Meeresstrand wurde in den Ausschüssen vorab bereits eine Diskussion geführt, die in der Woche zuvor hohe Wellen schlug. Während die Satzung im Grunde nur durch Drohnen- und Jetskiverbote auf den neuesten Stand gebracht werden sollte, kritisierte Sylter Pirat Christian Thiessen den gesamten Inhalt der Satzung, die – beispielsweise beim Verbot gewerblicher Fotografie – zu viel Interpretationsspielraum lasse und zudem – beispielsweise durch das Verbot von Alkohol und Musik am Strand – zu viele Einschränkungen enthalte. Damit hat Thiessen offensichtlich einen wunden Punkt bei den anderen Gemeindevertreter getroffen – selbst sein Fraktionsmitglied Hicham Lemssiah von den Insulanern sah sich genötigt, sich von der Meinung des Piraten zu distanzieren.

Es werde nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird, so der Konsens der übrigen Gemeindevertreter, außerdem existiere die Satzung mit Außnahme des Drohnen- und Jetskiverbotes bereits seit 30 Jahren, ohne dass die Verbote jemals in voller Härte durchgesetzt worden seien. Einige Kilometer vom Hauptstrand entfernt könne jeder sein Bier trinken und dabei Musik hören, äußerte sich auch SSW-Mitglied Peter Erichsen zu der Diskussion. Ob diese laxe Handhabung der Verbote in Zukunft auch für die Verwendung von Drohnen und Jetskis gelten soll – diese Frage blieb jedoch unbeantwortet.