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Hauptausschuss Sylt: Zeitungsente statt Osterhase

Da hatte der Osterhase scheinbar den Flughafen-Geschäftsführer versteckt: Das finanzielle Defizit der Sylter Flughafen GmbH war Thema auf der Hauptausschuss-Sitzung der Gemeinde Sylt am Dienstag, 11. April im Rathaus Westerland. Anders als in der Lokalzeitung dargestellt, stellte deren Geschäftsführer Peter Douven seine Bitte um Unterstützung der Sylter Politik jedoch nicht persönlich vor, war er an diesem Abend doch gar nicht anwesend.

Den Ausschussmitgliedern lag lediglich ein formloses Schreiben vor, in dem Douven unter anderem um eine Mitfinanzierung durch den Kreis, das Land und die Industrie- und Handelskammer bittet. Diese sei derzeit nicht gegeben, bei Regionalflughäfen jedoch durchaus üblich. „Hier sehe ich natürlich Ansätze schon aus Gründen der Gleichbehandlung, aber auch aus dem Grund, diejenigen Institutionen bzw. Körperschaften einzubinden, die ein Interesse am Betrieb des Flughafens haben sollten, da er unstreitig zum touristischen Angebot und damit zur Basisinfrastruktur gehört“, so Douven in seinem Schreiben an die politischen Vertreter der Gemeinde.

Maria Andresen von den Grünen brachte in diesem Zusammenhang noch einmal die Fluggastgebühr zur Sprache, die von den Gemeindevertretern im vergangenen Jahr mehrheitlich nicht gewollt war. Für die SSW war die Tatsache, dass der Flughafen-Geschäftsführer nicht anwesend war, eine Steilvorlage: Wurde ihr Antrag, Peter Douven in seiner Doppelfunktion als Chef sowohl des Flughafens als auch des Insel Sylt Tourismus Service regelmäßig zu den Hauptausschüssen einzuladen, doch erst vor kurzem abgelehnt. So wurde der Antrag an diesem Abend auch auf Antrag der SSW auf die nächste Sitzung vertagt, zu welcher der Geschäftsführer dann eingeladen werden soll.

Zuvor schon hatten die Ausschuss-Mitglieder über das weitere Vorgehen zur Sicherung von Dauerwohnraum gesprochen. Das Land hatte bereits Bedenken an der derzeit beschlossenen 130/60-Regelung geäußert, nach der in Gebäuden mit mehr als 130 Quadratmetern Wohnraum mindestens 60 Quadratmeter für Dauerwohnraum vorgehalten werden müssen. Eine Anfrage der Piraten-Fraktion im Landtag hatte nun ergeben, dass diese Regelung aus Sicht der Landesregierung nicht zur Sicherung von Dauerwohnraum geeignet sei. Nun soll eine Expertenrunde Abhilfe schaffen, zu der neben Gemeindevertretern, dem Kommunalen Liegenschafts-Management und den Inselbürgermeistern auch Vertreter des Landes und des Kreises, sowie Vertreter des Eigentümerverbandes „Haus und Grund“, des Mieterschutzbundes, der Immobilienwirtschaft und Architekten eingeladen werden sollen.