Keitum-Therme: Einigung für 1,5 Millionen?

20150207 Keitum Therme (c) Syltfunk

 

Einen spannenden Petritag hatte in diesem Jahr Bürgermeister Nikolas Häckel, der an dem Sylter Feiertag einen Verhandlungstango mit dem Bauunternehmer Kurt Zech um die offenen Forderungen in Sachen Keitum Therme abhielt. In dem seit Jahren laufenden Insolvenzverfahren der Thermenruine fordert Zech von der Gemeinde Beträge in Millionenhöhe. Nachdem der noch von der ehemaligen Bürgermeisterin Petra Reiber vorgeschlagene Deal, in dem der Thermen-Abriss offensichtlich durch Baurecht erkauft worden wäre, keine Mehrheit in der Gemeindevertretung fand, hat Nikolas Häckel die Verhandlungen nun wieder aufgenommen.

Das Ergebnis der Verhandlungen war Thema im Nichtöffentlichen Teil der jüngsten Hauptausschusssitzung der Gemeinde Sylt. Zu den genauen Details dieser finanziellen Hausnummer wollte sich Häckel jedoch nicht äußern. Erik Kennel von der Sylter Wählergemeinschaft kann nicht verstehen, warum die Verhandlungsdetails hinter verschlossenen Türen besprochen wurde. Uns gegenüber beziffert Kennel die bei den jüngsten Verhandlungen gestellten Forderungen mit 1,5 Mio. Euro, zu denen Abrisskosten in Höhe von etwa einer halben Million kämen. Damit wäre das Thema Keitum Therme dann endgültig vom Tisch. Für Kennel ist diese Forderung dennoch zu hoch.

Auch Oliver Ewald von der CDU ist sich nicht sicher, ob dieser Vorschlag eine Mehrheit in der Gemeindevertretung findet, glaubt aber, dass es in Sachen Keitum Therme nun auf jeden Fall vorangeht. Soll doch die Therme im kommenden Jahr ohnehin abgerissen werden, wenn es bis dahin nicht zu einem Verhandlungserfolg kommen sollte. Ob der geplante Abriss trotz laufender Verhandlungen überhaupt durchgeführt werden darf, dazu hat das Landgericht Stuttgard nun ein Statement abgegeben: Die Gemeinde dürfe zwar die Therme abreißen, dies könne sich aber negativ auf die laufenden Verhandlungen auswirken.

Entweder einigt sich die Gemeinde also mit Kurt Zech, zahlt ihm die nun offensichtlich geforderten 1,5 Mio. Euro und reißt die Therme auf eigene Kosten ab, oder die Therme wird ohne Einigung abgerissen und damit als Beweismittel für die laufenden Verhandlungen nicht mehr zur Verfügung stehen. Ob die Entscheidung darüber schon in der kommenden Gemeindevertretung getroffen wird, steht aber noch nicht fest.