Verdensballett 2016 im Benen-Diken-Hof

Das Verdensballett wurde von Sänger Jens-Christian Wandt gegründet und bringt internationale Star-Solisten auf Bühnen unter freiem Himmel, an ausgewählten Standorten. Nachdem die Tour in den Vergangen Jahren in Dänemark, Schweden und Norwegen stattfand war sie nun das erste mal auf deutschem Boden statt und zwar vor der Kulisse des Benen-Diken-Hofes in Keitum

Hier wurde Wind und Wetter zum Trotz eine Show geboten, für deren Beschreibung fast die Worte fehlen. Der Versuch würde wohl in einer Aneinanderreihung von Superlativen enden. Klassische Tänze wie Dörnröschen oder der Pas de Deux aus Don Quichotte wurden in technischer Perfektion auf die Bühne gebracht. Die modernen Stücke reichten von unterhaltsam über hochemotional bis zum bizarren und zeigten, wie weit das Spektrum der Tänzer reicht.

Die Solisten des Verdensballetts teilten in Keitum erstmals die Bühne mit den Nachwuchstänzern des Bundesjugendballetts. Die junge Compagnie tanzte moderne Stücke mit einer schier unglaublichen Ausdruckskraft und das Arrangement von Live Musik, Lyrik und Tanz stand in keiner Weise hinter den versierten Tänzern des Verdensballetts zurück und freuten sich auch sehr über die ganz neue Erfahrung wie der 20 Jährige Tilman Patzak erzählte.

Wer in seinem Leben eine Tanzschule besucht hat, erinnert sich sicherlich an den Ausdruck „Lächeln, tanzen macht Spaß“. Und alle Tänzer des Abends hatten sichtlich Spaß an ihren Auftritten. Der künstlerische Leiter, Multitalent Steven Mcrae war von hin und weg von der Kulisse und hofft trotz widriger Wetterbedingungen wiederkommen zu dürfen.

Das Wetter hat die Tänzern die Arbeit sicherlich nicht leicht gemacht. Sorgte allerdings für eine gewisse Dramatik und eine Atmosphäre, die ein sonniger Abend nicht hätte hervorrufen können. Laut Jens-Christian Wendt waren die Windböen in Keitum auch längst nicht die heftigsten Wetterbedingung unter denen die Balletttruppe bislang getanzt hat.

Es können an dieser Stelle sicherlich nicht alle Tänze einzeln erwähnt werden. Alleine mit das hochgradig ungewöhnliche und mitreißende Pas de Trois der Herren könnte man Stunden füllen. Die Auftritte waren kreativ, hatten keine längen und zogen das Publikum so in ihren Bann, das Kälte und Wind so gut wie Vergessen waren.

Auf keinen Fall ohne Erwähnung bleiben sollten auch die Musiker des Abends. Jens-Christian Wandt selbst eröffnete den Abend mit einem Liebeslied auf dänisch. Opernsängerin Andrea Pellegrini sang unter anderem eine für die Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona komponierte Hymne auf spanisch. Und das so eindrucksvoll, dass man sich von ihr nach Spanien entführ fühlte. Einfühlsam begleitet wurde sie von Caroline Jaya-Ratnam am Piano. Und am Geigenspiel von Charlie Siem ist nur Auszusetzen, dass er aufgrund des Wetters weniger Stücke spielen konnte als ursprünglich vorgesehen.

Die wirklich einzige Kritik, die man äußern könnte ist, dass wir mindestens ein Jahr bis zu nächsten Aufführung warten müssen.